Interview mit Alan Ibrahim

Svenja Pape
26.03.2021

"Professionelle Lernmöglichkeiten, Lernmaterial und Lieder von Minderheitengruppen sollten für alle, die musizieren möchten, zugänglich sein."

Alan Ibrahim ist Gitarrist, Pädagoge und Gründer und CEO der gemeinnützigen Organisation "Music For Identity". Seit Kurzem unterstützt er Tontalente bei Kreativprojekten gegen Diskriminierung. Wir haben mit ihm über seinen musikalischen Werdegang und sein Engagement für marginalisierte Gruppen gesprochen.

Alan, schön, dass du nun Teil der Tontalente-Familie bist. Erzähl uns von dir: Wer bist du und was machst du?

Ich bin Alan Ibrahim, klassischer Gitarrist, Pädagoge und Gründer und CEO von "Music For Identity". Ich studiere an der Universität der Künste Berlin und arbeite seit mehr als 10 Jahren im Bereich der klassischen Gitarre. Ich leite die Gitarrenabteilung von MitMachMusik in Potsdam und bin dort der Direktor des Gitarrenensembles.

Wie kam es dazu, dass du Tontalente bei Kreativprojekten gegen Diskriminierung unterstützt?

Das Thema ist Teil meiner eigenen Lebensgeschichte, da ich ursprünglich aus Syrien stamme und mit einer sehr klaren Definition aufgewachsen bin, was Diskriminierung von Kurden bedeutet. Seit ich in Deutschland bin, arbeite ich in verschiedenen Projekten, die sich mit ähnlichen Themen befassen, weil dies eines meiner persönlichen Lebensziele geworden ist.

Wenn wir über Diskriminierung sprechen, ist es wichtig, möglichst viele Perspektiven einzubeziehen. Bei einer Zusammenarbeit sollte aber immer die Kompetenz im Vordergrund stehen. Beim ersten Kontakt mit euch habe ich sehr geschätzt, dass wir über meine Berufserfahrung und nicht über meinen Hintergrund gesprochen haben.

Was bedeutet Musik für dich?

Ich denke, um diese Frage zu beantworten, muss ich über meine Anfänge nachdenken. Die kurdische Musik hatte neben der klassischen den größten Effekt auf mich und meine Perspektive auf Musik nachhaltig geformt. Musik bedeutet für mich, frei zu werden, in einer anderen Welt zu leben, in der man Schönheit erschaffen und sie in diese Welt bringen kann. Sie ist einer der Gründe, warum wir dieses Leben als schön betrachten.

Erzähl uns mehr von deiner Organisation "Music For Identity".

"Music For Identity" (MFI) ist eine neu entstehende, gemeinnützige Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Stimmen von unterrepräsentierten und marginalisierten Gruppen durch musikalische Bildungsprogramme und Projekte zu stärken.

Wir sind heute zum ersten Mal in der Geschichte in der Lage, einen sicheren virtuellen Raum für Bedürftige zu schaffen. MFI setzt in der ersten Phase Online-Projekte um, damit Menschen in Dritte-Welt-Ländern davon gleichermaßen profitieren wie Menschen in Industrienationen. In der zweiten Phase finden Projekte vor Ort statt, um die Musikgemeinschaft der Minderheitenprofile zu stärken.

Minderheitengruppen wie Assyrer, Kurden, Amazighs, Uighuren und Tibeter stehen vor ähnlichen Hürden. Sie haben kaum Zugang zu musikalischen Bildungsprogrammen und können ihr Wissen nur schwer bündeln und nutzen. In einem unserer Online-Projekte werden wir zum Beispiel ein Online-Notenblattarchiv für die Musik von bedrohten Bevölkerungsgruppen anlegen und so zur Erhaltung ihres musikalischen Erbes beitragen. Professionelle Lernmöglichkeiten, Lernmaterial und Lieder von Minderheitengruppen sollten für alle, die musizieren möchten, zugänglich sein.

Was sind deine Wünsche für die Zukunft?

Weniger Krieg, mehr Frieden und Gleichheit.

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Interview mit Alan Ibrahim

Svenja Pape
26.03.2021

"Professionelle Lernmöglichkeiten, Lernmaterial und Lieder von Minderheitengruppen sollten für alle, die musizieren möchten, zugänglich sein."

Alan Ibrahim ist Gitarrist, Pädagoge und Gründer und CEO der gemeinnützigen Organisation "Music For Identity". Seit Kurzem unterstützt er Tontalente bei Kreativprojekten gegen Diskriminierung. Wir haben mit ihm über seinen musikalischen Werdegang und sein Engagement für marginalisierte Gruppen gesprochen.

Alan, schön, dass du nun Teil der Tontalente-Familie bist. Erzähl uns von dir: Wer bist du und was machst du?

Ich bin Alan Ibrahim, klassischer Gitarrist, Pädagoge und Gründer und CEO von "Music For Identity". Ich studiere an der Universität der Künste Berlin und arbeite seit mehr als 10 Jahren im Bereich der klassischen Gitarre. Ich leite die Gitarrenabteilung von MitMachMusik in Potsdam und bin dort der Direktor des Gitarrenensembles.

Wie kam es dazu, dass du Tontalente bei Kreativprojekten gegen Diskriminierung unterstützt?

Das Thema ist Teil meiner eigenen Lebensgeschichte, da ich ursprünglich aus Syrien stamme und mit einer sehr klaren Definition aufgewachsen bin, was Diskriminierung von Kurden bedeutet. Seit ich in Deutschland bin, arbeite ich in verschiedenen Projekten, die sich mit ähnlichen Themen befassen, weil dies eines meiner persönlichen Lebensziele geworden ist.

Wenn wir über Diskriminierung sprechen, ist es wichtig, möglichst viele Perspektiven einzubeziehen. Bei einer Zusammenarbeit sollte aber immer die Kompetenz im Vordergrund stehen. Beim ersten Kontakt mit euch habe ich sehr geschätzt, dass wir über meine Berufserfahrung und nicht über meinen Hintergrund gesprochen haben.

Was bedeutet Musik für dich?

Ich denke, um diese Frage zu beantworten, muss ich über meine Anfänge nachdenken. Die kurdische Musik hatte neben der klassischen den größten Effekt auf mich und meine Perspektive auf Musik nachhaltig geformt. Musik bedeutet für mich, frei zu werden, in einer anderen Welt zu leben, in der man Schönheit erschaffen und sie in diese Welt bringen kann. Sie ist einer der Gründe, warum wir dieses Leben als schön betrachten.

Erzähl uns mehr von deiner Organisation "Music For Identity".

"Music For Identity" (MFI) ist eine neu entstehende, gemeinnützige Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Stimmen von unterrepräsentierten und marginalisierten Gruppen durch musikalische Bildungsprogramme und Projekte zu stärken.

Wir sind heute zum ersten Mal in der Geschichte in der Lage, einen sicheren virtuellen Raum für Bedürftige zu schaffen. MFI setzt in der ersten Phase Online-Projekte um, damit Menschen in Dritte-Welt-Ländern davon gleichermaßen profitieren wie Menschen in Industrienationen. In der zweiten Phase finden Projekte vor Ort statt, um die Musikgemeinschaft der Minderheitenprofile zu stärken.

Minderheitengruppen wie Assyrer, Kurden, Amazighs, Uighuren und Tibeter stehen vor ähnlichen Hürden. Sie haben kaum Zugang zu musikalischen Bildungsprogrammen und können ihr Wissen nur schwer bündeln und nutzen. In einem unserer Online-Projekte werden wir zum Beispiel ein Online-Notenblattarchiv für die Musik von bedrohten Bevölkerungsgruppen anlegen und so zur Erhaltung ihres musikalischen Erbes beitragen. Professionelle Lernmöglichkeiten, Lernmaterial und Lieder von Minderheitengruppen sollten für alle, die musizieren möchten, zugänglich sein.

Was sind deine Wünsche für die Zukunft?

Weniger Krieg, mehr Frieden und Gleichheit.

Was ist die Summe aus 9 und 5?